Die Wahrheit über Trockenfutter: Warum es für Katzen zum Risiko werden kann
Mai 23, 2026Du willst deiner Katze etwas Gutes tun.
Du kaufst gutes Futter, vergleichst Inhaltsstoffe, achtest auf Zuckerfreiheit, hohen Fleischanteil und trotzdem bleibt oft dieses ungute Gefühl:
«Was, wenn das Futter meiner Katze sie langfristig mehr belastet, als man jahrelang dachte?»
Ist Trockenfutter wirklich so harmlos, wie viele behaupten?
Gerade beim Thema Nieren und Harnwege taucht diese Frage immer wieder auf. Denn chronische Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen. Gleichzeitig leben viele Katzen über Jahre oder sogar ausschließlich mit Trockenfutter.
Tatsächlich gehören chronische Nierenerkrankungen (CNI) heute zu den häufigsten Gesundheitsproblemen älterer Katzen. Studien zufolge entwickeln bis zu 40 % der Katzen über 10 Jahren und sogar bis zu 80 % der Katzen über 15 Jahren eine chronische Nierenerkrankung [10]. Genau deshalb rückt die Frage nach möglichen Einflussfaktoren, wie der täglichen Flüssigkeitsaufnahme und der Fütterung, zunehmend in den Fokus der Forschung.
Kein Wunder also, dass viele Katzenhalter verunsichert sind.
Viele Katzenmamas vertrauen Trockenfutter auch deshalb, weil es über Jahrzehnte hinweg als selbstverständlich empfohlen, teilweise sogar im tiermedizinischen Umfeld und sogar als besonders hochwertig oder gesund beworben wurde. Umso verwirrender ist es für viele Katzenmamas, wenn aktuelle Studien heute zunehmend die Bedeutung der Hydration (Flüssigkeitsversorgung des Körpers) in den Fokus rücken.
Doch was sagt die Wissenschaft wirklich dazu?
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien zur Flüssigkeitsversorgung des Körpers von Katzen, zur Urinkonzentration und zu möglichen Auswirkungen von Trockenfutter auf Harnwege und Nieren ausgewertet. Besonders wichtig ist dabei eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025, die 32 Studien aus dem Zeitraum 1975–2025 analysiert hat [1].
Und genau diese Daten schauen wir uns heute gemeinsam an.
Warum Wasser für Katzen so entscheidend ist
Die Vorfahren unserer Hauskatzen lebten ursprünglich in trockenen, wasserarmen Regionen und Katzen nehmen daher heute noch immer einen Großteil ihrer Flüssigkeit über Beutetiere auf. Beutetiere enthalten natürlicherweise etwa 70–75 % Wasser. Trockenfutter dagegen enthält meist nur etwa 5–10 % Feuchtigkeit.

Das bedeutet nicht, dass Trockenfutter dem Körper aktiv Wasser „entzieht“. Die Katze muss den fehlenden Flüssigkeitsanteil jedoch zusätzlich über Trinken ausgleichen.
Genau hier beginnt das eigentliche Problem:
Katzen haben im Vergleich zu vielen anderen Tierarten ein relativ schwach ausgeprägtes Durstgefühl.
Die große Annahme der letzten Jahrzehnte lautete deshalb:
„Die Katze trinkt das fehlende Wasser einfach zusätzlich.“
Doch genau diese Annahme wird in der aktuellen Studienlage zunehmend kritisch betrachtet [1]. Tatsächlich trinken viele Katzen unter Trockenfütterung zwar sichtbar mehr Wasser am Napf. Die Studien zeigen jedoch, dass dieses zusätzliche Trinken häufig nicht ausreicht, um dieselbe Gesamtflüssigkeitsaufnahme und Hydration zu erreichen wie bei feuchter Nahrung [1].

Entscheidend ist also nicht nur, ob die Katze trinkt, sondern wie viel Flüssigkeit ihrem Körper insgesamt tatsächlich zur Verfügung steht.
Genau deshalb reicht ein voller Wassernapf allein nicht automatisch aus, um dieselbe Flüssigkeitsversorgung zu erreichen wie über wasserreiche Nahrung.
Die wichtigste Übersicht der letzten Jahre: 32 Studien aus 50 Jahren Forschung
Die wohl wichtigste aktuelle Übersichtsarbeit zum Thema stammt aus dem Journal of Animal Science aus dem Jahr 2025 [1].
Für diese Übersichtsarbeit wurden 32 wissenschaftliche Publikationen aus dem Zeitraum 1975–2025 ausgewertet. Im Fokus standen dabei unter anderem die Wasseraufnahme von Katzen, ihre Hydration, die Urindichte (USG, Urine Specific Gravity) sowie mögliche Zusammenhänge mit Harnwegs- und Nierengesundheit [1].
Die zentrale Erkenntnis zog sich dabei konsistent durch die Jahrzehnte:
Katzen auf Trockenfutter zeigten häufiger:
- eine geringere Gesamtwasseraufnahme
- konzentrierteren Urin
- erhöhte Marker für Harnwegserkrankungen [1]
Warum die Urindichte so wichtig ist
Die Flüssigkeitsversorgung des Körpers ist bei Katzen weit mehr als nur ein „Wellness-Thema“. Sie beeinflusst direkt die Konzentration des Urins und damit die Belastung von Harnwegen und Nieren.
Je höher die Urindichte:
- desto konzentrierter der Urin
- desto weniger Flüssigkeit steht dem Körper zur Verfügung
- desto stärker werden Harnwege und Niere belastet
Die aktuelle Übersichtsarbeit zeigte:
Gut hydrierte Katzen lagen meist bei einer Urindichte unter 1,035 [1].
Katzen auf reiner Trockenfütterung lagen dagegen deutlich häufiger darüber.
Genau das zeigt, dass das zusätzliche Trinken den Flüssigkeitsmangel oft nicht vollständig ausgleichen konnte. Wäre die Hydration vergleichbar gewesen, hätten die Katzen ähnliche Urindichte-Werte wie bei feuchter Nahrung erreichen müssen [1].

Das ist tiermedizinisch relevant, weil konzentrierter Urin mit mehreren Problemen in Verbindung gebracht wird:
- Struvitkristallen
- Kalziumoxalatsteinen
- FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease)
- Harnwegsentzündungen
- erhöhter Belastung der Nieren [1]
Trockenfutter verursacht nicht direkt Nierenerkrankungen. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.
Ein ganz wichtiger Punkt:
Die aktuelle Studienlage beweist NICHT eindeutig:
„Trockenfutter verursacht direkt chronische Nierenerkrankungen.“
Und genau hier entstehen oft Missverständnisse.
Denn fehlender Direktbeweis bedeutet nicht automatisch:
„Trockenfutter ist völlig unproblematisch.“
Die Forschung zeigt stattdessen sehr konsistent, dass Trockenfutter die Flüssigkeitsversorgung des Körpers verschlechtert. Die schlechtere Flüssigkeitsversorgung führt wiederum zu konzentrierterem Urin, der mit Harnwegsproblemen und Nierenbelastung assoziiert ist [1].
Denn viele Erkrankungen, insbesondere chronische Nierenerkrankungen, entwickeln sich über Jahre häufig, ohne zunächst bemerkt zu werden. Genau deshalb beginnt die Belastung oft lange, bevor im Blutbild überhaupt erste Veränderungen sichtbar werden.
Was passiert biologisch bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme?
Hier wird es spannend.
Denn die Auswirkungen betreffen nicht nur „ein bisschen weniger Wasser“, sondern die gesamte Belastung des Harnsystems.
Wird dauerhaft zu wenig Flüssigkeit aufgenommen:
- wird der Urin konzentrierter
- steigt die Belastung der Niere durch hohe Konzentration gelöster Stoffe
- werden Stoffwechselprodukte weniger stark verdünnt
- erhöht sich die Kristallbildungsneigung
- sinkt die „Durchspülung“ der Harnwege

Genau diese Mechanismen gelten als wichtige Faktoren bei:
- Harnsteinen
- Kristallurie (Kristalle im Urin)
- FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease, Erkrankungen der unteren Harnwege)
- chronischer Nierenbelastung
- Veränderungen des Nierenzwischengewebes
Vor allem Kalziumoxalatsteine stehen eng mit konzentriertem Urin in Zusammenhang [2].
Die Studie, die den Mechanismus besonders gut zeigt
Eine der wichtigsten Studien stammt von Buckley et al. aus dem British Journal of Nutrition [2].
Dabei erhielten Katzen dieselbe Nahrung, allerdings mit unterschiedlichem Wassergehalt. Verglichen wurde Trockenfutter mit sehr niedrigem Wasseranteil mit derselben Nahrung in zunehmend hydratisierter Form.
Das Ergebnis war deutlich:
Mit steigender Feuchtigkeit verbesserten sich die Harnparameter messbar. Die Katzen produzierten mehr Urin, die Urindichte sank und gleichzeitig reduzierte sich die sogenannte Kalziumoxalat-Sättigung [2].

Das ist besonders relevant, weil Kalziumoxalatsteine heute zu den häufigsten Harnsteinen bei Katzen gehören.
Einfach gesagt zeigte die Studie sehr klar:
Je mehr Wasser die Katzen über die Nahrung aufnahmen, desto günstiger entwickelten sich die Parameter für Harnwege und Nieren.
Genau deshalb rückt bei vielen Katzenmamas heute nicht nur die Qualität der Futterzutaten, sondern auch der Feuchtigkeitsgehalt der Nahrung stärker in den Fokus. Sei es über hochwertiges Nassfutter oder selbst zubereitete Mahlzeiten, bei denen sich die Flüssigkeitsversorgung positiv gezielt beeinflussen lässt.
Mehr Wasser verbessert sogar klassische Nierenmarker
Besonders interessant ist auch eine Studie von Hall et al. aus dem Jahr 2021 [3].
Hier untersuchten die Forscher, wie sich eine erhöhte Wasseraufnahme auf Harnwege und Nierenmarker auswirkt. Das Ergebnis zeigte erneut ein konsistentes Muster: Mit steigender Flüssigkeitsaufnahme verbesserten sich mehrere wichtige Laborparameter.
Die Katzen zeigten unter anderem niedrigere Werte bei Kreatinin und BUN (Blood Urea Nitrogen, Harnstoff-Stickstoff im Blut), zwei klassischen Laborwerten zur Einschätzung der Nierenbelastung. Zusätzlich sank die Urindichte und auch die Neigung zur Kristallbildung nahm ab [3].
Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass jede Katze mit Trockenfutter zwangsläufig eine Nierenerkrankung entwickelt. Die Studie zeigt jedoch sehr deutlich, dass die tägliche Flüssigkeitsaufnahme messbaren Einfluss auf die Belastung des Harn- und Nierensystems hat.
Warum viele Katzen lange „gesund wirken“
Ein häufiges Gegenargument lautet: „Meine Katze frisst seit Jahren Trockenfutter und ist gesund.“
Und tatsächlich gibt es Katzen, die lange Zeit unauffällig wirken.
Genau deshalb bleibt chronische Dehydration im Alltag oft unbemerkt. Die Katze frisst, spielt, kuschelt und wirkt scheinbar gesund, während die Belastung im Hintergrund langsam zunimmt.
Sie zeigt sich meist nicht plötzlich oder dramatisch, sondern entwickelt sich schleichend über Jahre hinweg. Das betrifft insbesondere chronische Nierenerkrankungen, FLUTD, Harnsteine oder andere die Nieren betreffende Veränderungen.

Katzen sind Meister darin, gesundheitliche Probleme lange zu verbergen. Oft wirken sie noch völlig normal, obwohl der Körper bereits über lange Zeit belastet oder ein erheblicher Teil der Nierenfunktion bereits verloren gegangen ist. Genau deshalb bleibt chronische Dehydration im Alltag oft unbemerkt.
Deshalb betrachtet die moderne Veterinärmedizin heute nicht nur sichtbare Krankheitssymptome, sondern zunehmend auch Biomarker, Urindichte, Flüssigkeitsversorgung des Körpers und individuelle Risikoprofile.
Die häufigsten Gegenargumente wissenschaftlich eingeordnet
„Aber meine Katze trinkt doch genug.“
Genau diese Annahme wird in der aktuellen Übersichtsarbeit kritisch diskutiert.
Über viele Jahre galt die Vorstellung, Katzen würden die geringe Feuchtigkeit von Trockenfutter einfach durch zusätzliches Trinken ausgleichen. Die ausgewerteten Studien zeigen jedoch, dass dies häufig nicht ausreichend geschieht [1]. Viele Katzen trinken bei Trockenfutter zwar mehr Wasser am Napf. Die Studien zeigen jedoch, dass dieses zusätzliche Trinken häufig nicht ausreicht, um dieselbe Hydration zu erreichen wie bei feuchter Nahrung. Das erklärt auch, warum Katzen auf Trockenfutter in den Studien trotz Wassernapf oft eine höhere Urindichte entwickelten.
„Es gibt keine Studie, die beweist, dass Trockenfutter CNI (Chronische Niereninsuffizienz) verursacht.“
Dieser Satz ist wissenschaftlich betrachtet zunächst korrekt.
Es existiert aktuell keine hochwertige Langzeitstudie, die eindeutig beweist, dass Trockenfutter allein chronische Nierenerkrankungen verursacht.
Doch genau hier ist wichtig zu verstehen, wie Ernährungsmedizin funktioniert. Viele chronische Erkrankungen entstehen über lange Zeiträume und lassen sich nicht einfach in einer einzelnen Studie isoliert nachweisen.
Deshalb arbeitet die Wissenschaft häufig mit physiologischen Mechanismen, Biomarkern, Risikofaktoren und konsistenten Zusammenhängen.
Und genau dort ist die Datenlage mittlerweile bemerkenswert eindeutig: Trockenfutter verschlechtert konsistent die Hydration und erhöht Marker, die mit Harnwegs- und potentiell auch Nierenerkrankungen assoziiert sind [1].
„Trockenfutter ist nicht schädlich.“
Auch diese Aussage ist wissenschaftlich zu pauschal formuliert.
Korrekt wäre eher: Es gibt keinen eindeutigen Beweis, dass Trockenfutter allein chronische Nierenerkrankungen verursacht.
Gleichzeitig zeigen die Studien jedoch konsistent, dass Katzen auf Trockenfutter häufiger eine schlechtere Flüssigkeitsversorgung des Körpers, höhere Urindichte und mehr Marker für Harnwegsprobleme aufweisen [1].

Deshalb lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht nicht einfach behaupten, Trockenfutter sei generell vollkommen unproblematisch.
Was bedeutet das jetzt für Katzenhalter?
Ja, viele Katzen lieben Trockenfutter. Denn Akzeptanz und gesundheitliche Eignung sind nicht automatisch dasselbe. Und genau das macht das Thema emotional so schwierig: Was im Alltag praktisch und unkompliziert wirkt, ist biologisch nicht automatisch die optimale Lösung für den Katzenkörper.
Trockenfutter ist dabei nicht automatisch „Gift“. Viele Katzen fressen es über Jahre, ohne sofort sichtbar krank zu wirken. Entscheidend ist vielmehr, die physiologischen Besonderheiten der Katze zu verstehen, insbesondere ihren natürlichen Flüssigkeitsbedarf.
Genau deshalb setzen immer mehr Katzenmamas heute bewusst auf feuchte Fütterungsformen. Sei es hochwertiges Nassfutter oder selbstgemachte Mahlzeiten im Home Feeding. Vor allem bei Katzen mit Harnwegs-/Kristallproblemen oder erhöhten Nierenwerten spielt die tägliche Flüssigkeitsaufnahme eine deutlich größere Rolle, als vielen bewusst ist.
Es geht bei diesem Thema nicht darum, Angst zu machen oder einzelne Futtermittel pauschal zu verteufeln.
Aber die moderne Studienlage zeigt sehr deutlich, dass die Flüssigkeitsaufnahme eine zentrale Rolle für die Harnwegs- und möglicherweise auch die Nierengesundheit von Katzen spielt.
Gerade bei Wohnungskatzen, älteren Katzen oder Tieren mit bestehenden Harnwegsproblemen lohnt es sich deshalb, die tägliche Wasseraufnahme genauer im Blick zu behalten.
Auch Katzen mit früheren Kristallen, Harnsteinen oder bereits erhöhten Nierenwerten profitieren häufig davon, wenn das Thema Flüssigkeitsversorgung stärker berücksichtigt wird.
Die zentrale Aussage der aktuellen Forschung
Chronische Nierenerkrankungen zählen heute nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen, sondern auch zu den wichtigsten Todesursachen in der Katzenmedizin [11]. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Studien, dass Hydration, Urinkonzentration und Flüssigkeitsaufnahme eng mit der Belastung von Harnwegen und Nieren verbunden sind [1]. Genau deshalb gewinnt das Thema Feuchtigkeit in der Katzenernährung wissenschaftlich immer mehr an Bedeutung.
Die wichtigste Erkenntnis aus der aktuellen wissenschaftlichen Übersichtsarbeit über 32 Studien aus dem Zeitraum 1975–2025 lautet:
Trockenfutter verschlechtert konsistent die Flüssigkeitsversorgung von Katzen und erhöht Marker, die mit Harnwegs- und potentiellen Nierenerkrankungen in Verbindung stehen. [1]
Genau deshalb rückt das Thema Flüssigkeitsversorgung des Körpers in der modernen Katzenmedizin immer stärker in den Fokus, insbesondere bei Harnwegsproblemen, Kristallen, FLUTD und chronischen Nierenerkrankungen.
Auch immer mehr Katzenmamas beschäftigen sich mit feuchten und individuelleren Fütterungsformen, von hochwertigem Nassfutter bis hin zu selbstgemachten Mahlzeiten im Home Feeding.
Vielleicht denkst du nun nach diesem Artikel anders über das Thema Trockenfutter und Fütterung allgemein. Wenn du deine Katze langfristig besser und individueller füttern möchtest, begleite ich euch gerne Schritt für Schritt bei einer bedarfsgerechten und alltagstauglichen Umstellung. Schreib mir einfach eine Nachricht über diesen Link.
Begriffsdefinitionen:
Urindichte/USG (Urine Specific Gravity)
Konzentration des Urins. Beschreibt, wie viel Wasser im Verhältnis zu den gelösten Stoffen im Urin enthalten ist. Eine hohe Urindichte bedeutet meist: zu wenig Flüssigkeit im Körper.
Struvitkristalle (Magnesium-Ammonium-Phosphat-Kristalle)
Kleine Kristalle im Urin, die sich bei ungünstigem Urinmilieu bilden können. Sie können Schmerzen, Entzündungen und Harnwegsprobleme verursachen.
Kalziumoxalatsteine
Harnsteine aus Kalzium und Oxalat. Harte Harnsteine, die sich vor allem bei stark konzentriertem Urin bilden können. Sie gehören heute zu den häufigsten Harnsteinen bei Katzen.
Kalziumoxalat-Sättigung
Übersättigung des Urins mit Kalziumoxalat. Beschreibt, wie hoch das Risiko ist, dass sich Kalciumoxalat-Kristalle oder -steine bilden. Je höher die Sättigung, desto größer die Gefahr für Steinbildung.
FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease)
Erkrankungen der unteren Harnwege der Katze. Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen von Blase und Harnröhre, z. B. Blasenentzündungen, Kristalle, Schmerzen beim Urinieren oder Harnwegsverschluss.
Physiologische Mechanismen
Körperliche Funktionsabläufe. Beschreibt biologische Prozesse im Körper, z. B. wie Flüssigkeitshaushalt, Nieren oder Harnwege funktionieren.
Hydration
Flüssigkeitsversorgung des Körpers. Beschreibt, wie gut der Körper mit Flüssigkeit versorgt ist. Eine gute Hydration unterstützt Harnwege, Kreislauf und Nierenfunktion.
Chronische Nierenbelastung
Dauerhafte Belastung der Nieren. Bedeutet, dass die Nieren über längere Zeit stärker arbeiten oder belastet werden, z. B. durch konzentrierten Urin oder Dehydration.
Kristallurie
Kristalle im Urin. Beschreibt das Auftreten kleiner Kristalle im Urin. Diese können die Harnwege reizen und die Entstehung von Harnsteinen begünstigen.
Harnsteine
Steine in Blase oder Harnwegen. Feste Ablagerungen aus Mineralstoffen im Harntrakt. Sie können Schmerzen, Entzündungen oder sogar lebensgefährliche Harnwegsverschlüsse verursachen.
BUN (Blood Urea Nitrogen)
Harnstoff-Stickstoff im Blut. Ein Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion. Er zeigt an, wie viel Harnstoff sich im Blut befindet. Erhöhte Werte können auf eine stärkere Belastung der Nieren hinweisen.
Risikomarker
Hinweise auf ein erhöhtes Risiko. Messwerte oder Veränderungen, die darauf hindeuten können, dass ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen besteht.
Quellen
[1] Kosmal PAL et al. (2025). Diet format, protein, amino acids, salt, and osmolytes affect water consumption in domestic cats: A scoping review of 32 publications. Journal of Animal Science.
https://academic.oup.com/jas/article/doi/10.1093/jas/skaf434/8379605
[2] Buckley CMF et al. (2011). Effect of dietary water intake on urinary output, specific gravity and relative supersaturation for calcium oxalate and struvite in the cat. British Journal of Nutrition.
https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/effect-of-dietary-water-intake-on-urinary-output-specific-gravity-and-relative-supersaturation-for-calcium-oxalate-and-struvite-in-the-cat/7FF71DDA2706FDCDA3BA961C3D8DB46F
[3] Hall JA et al. (2021). Increased Water Viscosity Enhances Water Intake and Reduces Risk of Calcium Oxalate Stone Formation in Cats. Animals.
https://www.mdpi.com/2076-2615/11/7/2110
[4] Veterinary Evidence. Are Adult Cats Fed on Wet Maintenance Diets Less at Risk of Developing Chronic Kidney Disease Compared to Adult Cats Fed on Dry Maintenance Diets?
https://veterinaryevidence.org/index.php/ve/article/view/130
[5] PMC. Risk and protective factors for cats with naturally occurring chronic kidney disease.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11119637/
[6] PMC. Dietary phosphorus and kidney function in cats.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8692190/
[7] PubMed. Biological variation of urine specific gravity and proteinuria in cats.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37828720/
[8] ScienceDirect. Urinary composition affected by diet in cats.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022316623030249
[9] PubMed. Acceptance and effects of a therapeutic renal food in pet cats with chronic kidney disease.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26587240/
[10] Cornell Feline Health Center. Chronic Kidney Disease.
https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/chronic-kidney-disease
[11] ISFM Consensus Guidelines on the Diagnosis and Management of Feline Chronic Kidney Disease.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X16631234
Zusätzliche zitierte Daten zu Todesursachen:
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0300985815622975
Danke für die unverschleierte Sicht auf das Thema und für die deutlichen Worte.